Verkehrsunfälle - im Stadtgebiet!

Dieser Beitrag richtet sich vornehmlich an junge Menschen, die gerne "sportlich" unterwegs sind und für die ein Kraftfahrzeug oft mehr darstellt, als ein Fortbewegungsmittel.

Im laufenden Jahr musste die Wiener Feuerwehr bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe115 mal zu schweren Verkehrsunfällen ausrücken.

Es ist statistisch (noch) nicht nachweisbar, aber als Einsatzleiter gewinnt man den subjektiven Eindruck, dass derartige Unfälle im Stadtgebiet nicht nur an Häufigkeit, sondern auch an Intensität zunehmen.

Immer öfter ist man nicht nur mit Blechschäden, sondern mit Unfällen, nach denen Schwerstverletzte oder Tote aus den Wracks geschnitten werden müssen, konfrontiert.

Es sind Erfahrungswerte, dass es bei einem Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 80 - 90 km/h durch die negative Beschleunigung zu tödlichen inneren Verletzungen der Fahrzeuginsassen kommt. Gurt und Airbag können ab dieser Geschwindigkeit bei einem Frontalaufprall diese inneren Verletzungen nicht verhindern!

Die Unfallursachen sind keinesfalls in technischen Defekten oder gar Witterungseinflüssen zu suchen. Vielmehr stellen die Fahrzeuglenker selbst das Risikopotential dar. Wie auch der Laie an nebenstehenden Bildern unschwer erkennen kann, spielt die Geschwindigkeit bei einem Ausrutscher eine wichtige Rolle. Ausschließlich vom Tempo hängt es ab, ob ein Fahrfehler nur einen Blechschaden oder Tote und Schwerverletzte zur Folge hat.

Jetzt beginnt wieder die Punschhüttenzeit und in diesem Zusammenhang sei auf Eines in aller Deutlichkeit hingewiesen: man kann Alkohol konsumieren oder fahren, beides geht nicht! Auch der Einwurf von lustigen Pulverln oder Schlimmerem ist nicht nur im Zusammenhang mit mit dem Lenken von Kraftfahrzeugen völlig uncool.

Es gibt eine alte Journalistenregel: keine Abbildungen von Leichen oder Geschlechtsteilen! Obwohl ich persönlich der Meinung bin, dass beides der Aufklärung dienlich sein kann, in einem Fall für die Produktion von neuem Leben, im anderen Fall für die Verhinderung der Vernichtung desselben, halte ich mich an diese Regel. Es ist daher die Fantasie gefordert, um sich vorstellen zu können, wie die Fahrzeuginsassen nach den rechts abgebildeten Unfällen aussahen.

Wem es an Fantasie mangelt erzähle ich gerne die Geschichte von der jungen Dame, die nicht angeschnallt auf dem Rücksitz eines Autos bei einer Discotour mitgefahren ist. Nach einem Frontalzusammenstoß ist sie durch die Windschutzscheibe geflogen. Unser Team hat sie zwar lebend der Rettung übergeben können, aber seit dieser Nacht hat die junge Dame keine Augen mehr.

Es geht hier nicht darum, jemanden die Freude am Fahren zu vermiesen, aber man sollte sich der möglichen Konsequenzen bewusst sein, wenn der Gasfuß juckt, denn es gibt Erfahrungen, die man besser selber nicht macht!

Auch ich war einmal jung und dumm und zahlreiche Kollegen meinen, dass sich daran bis heute nichts geändert hat. Jeder von uns ist schon irgendwann zu flott unterwegs gewesen. Wenn die Bilder auf der Nebenseite wenigstens zum Nachdenken anregen, hat dieser Beitrag seinen Zweck erfüllt!

Alexander Markl

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