Die Motorisierung der
Feuerwehrfahrzeuge setzte um die Jahrhundertwende ein. Da die Verbrennungsmotoren
zu dieser Zeit als unzuverlässig galten, führten die großen
Feuerwehren der europäischen Metropolen nun Versuche mit Elektromotoren
und Dampfmaschinen durch. In Paris wurde 1899 erstmals ein „Elektro-Gerätewagen“
erprobt und in London entschied man sich 1905 für eine selbstfahrende
Dampfspritze. In Hannover wurden 1902 Fahrzeuge mit Elektromotor in den Dienst
gestellt. In Berlin beschäftigte man sich erst 1906 mit der neuen Technik.
In Wien wurden von Angehörigen der Berufsfeurwehr im Laufe des Jahres
1902 mit den unterschiedlichsten Elektrofahrzeugen Versuche und Probefahrten
durchgeführt.
Die Fertigstellung und Auslieferung des 1902 bestellten Automobilgerätes
erfolgte 1903. Die Indienststellung des ersten automobilen Kohlensäure-Löschwagens
fand am 29. Juli 1903 statt. Der Kohlensäure-Löschwagen, der unter
dem Begriff Gasspritze besser bekannt ist, stammte aus der Konkursmasse der
Firma „Österreichische Elektromobilwerke, A. Lehner, a.v. Dauber &
Cie“, war ursprünglich als Geschäftswagen konzipiert und daher als
Feuerwehrfahrzeug völlig ungeeignet.
Der feuerwehrtechnische Aufbau stammte von der Fa. Knaust und bestand aus
einem genieteten, druckfesten Wassertank mit einem Fassungsvermögen von
500 Liter.
Bei der Wr. Berufsfeuerwehr sind nur zwei Fahrzeuge dieser Type in Dienst
gewesen, eines als Übungs- und Versorgungsfahrzeug, das zweite als Einsatzfahrzeug.
Da der E-Motor nur 6,5 PS liefert und die maximale Geschwindigkeit bei ca.
24-25 km/h liegt, war es für den Einsatzdienst nicht so richtig geeignet.
Das Baujahr war 1902, die Indienststellung erfogte am 29. 7. 1903 auf der
damals neu bezogenen Feuerwache „Breitenfeld“ (heute Stadtbahnbogen 37).
Am 15. 12. 1915 wurde das Fahrzeug außer Dienst gestellt.Technische
DatenErzeuger des
Fahrzeuges:
Österreichische Elektromobilwerke A.Lehner,A.v. Dauber&Cie., Wien-Baumgarten,
Linzerstrasse 221
Fabriksnr. des E-Motores: 39; Gleichstrommotor 6,5 PS-365 U/min; Batteriesystem:
Tudor 120V, 44 Zellen, 500kg Gewicht
Max. Fahrgeschwindigkeit: 24,6 km/h; Hinterradkettenantrieb
Erzeuger des feuerwehrtechnischen Aufbaues:
Feuerwehrgerätefabrik Wilhelm Knaust
Wien 2., Miesbachgasse 15
Druckfester, genieteter Wassertank mit 500 Liter Inhalt; 4 Stk. Kohlensäuregasflaschen
als Treibmittel (daher der Name „Gasspritze“).

Das erste automobile Löschfahrzeug
der Wiener Berufsfeuerwehr!
Die Restaurierung dieses Fahrzeuges wurde von Casino Austria, Hrn. Gen Dir Dr. Leo Wallner, dem Verein der Freunde der Feuerwehren der Stadt Wien, Hrn. Feuerwehrrat Dr. Romeo Nowak, der Firma ÖAF & STEYR Nutzfahrzeuge-Schwechat, Hrn. Dipl. Kfm. Johann Randa und der Firma Mercedes-TREBITSCH Wien 4., Mommsengasse, Hrn. Betriebsleiter Haselbacher, mit einem namhaften Geldbetrag in dankenswerter Weise gefördert!Ferdinand Molzer, HBM a. D.
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