LEITARTIKEL 4/2000

ING. Alexander Markl

Feuerwehrmänner und –frauen sind es gewohnt rasch zu handeln, wenn es die Situation erfordert. Besprochen wird der Einsatz erst, nachdem die Gefahren abgewendet sind, den Taten folgen die Worte. In unseren Kreisen ist es auch üblich, das zu sagen, was man meint. Bei PolitikerInnen ist das nicht immer so. Sie sind für und gegen Beschlüsse und zwar je nachdem und vielleicht sicher. Oder auch nicht, aber das jedenfalls in aller Deutlichkeit! Will man eine konkrete Aussage wird man gerne mit einem klaren Jein abgespeist. Allerdings nur, wenn vorher die soziale Treffsicherheit abgefedert ist und alle gerupft wurden oder so.
Abgesehen von vielen Unverständlichkeiten gibt es aber zwei wesentliche Kriterien, die eine politische Bewegung für einen Firefighter wählbar machen.
Zum Ersten ist es wichtig, dass die Forderung nach einem Berufsbild für Feuerwehrleute aktiv unterstützt wird. Das ist eine Problematik, die in den nächsten Jahren in vielerlei Hinsicht an Bedeutung gewinnen wird und das unmittelbare Interesse der Betroffenen hinsichtlich Krankheit, Pension usw. darstellt.
Zum Zweiten ist es gerade für Mitarbeiter in einem sozialen Beruf wie der Feuerwehr wichtig, dass Beamte nicht als Feindbilder aufgebaut und Bevölkerungsgruppen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Weiters erwarte ich von einer politischen Bewegung eine gewisse Verbundenheit mit Männern und Frauen, die in helfenden Berufen arbeiten. Nur Vertreter einer Bewegung, die diese beiden Kriterien erfüllen, sollte man als Firefighter wählen.
Dass öffentlich auftretende Sprecher auch kurz, prägnant und allgemeinverständlich formulieren, bleibt wahrscheinlich ein unerfüllter Wunsch an das Christkind.

Es ist schwierig, eine Zeitschrift wie den Firefighter zu gestalten, da die Interessen der LeserInnen breit gefächert sind. Seitens der Mannschaft besteht der Vorwurf, dass die Inhalte zu stark an der Führung orientiert sind. Offiziere fordern dagegen mehr Fachinformationen und wenige Nichtleser stellen naturgemäß die Sinnhaftigkeit dieser Publikation in Frage. Aber wenn man von allen Seiten gleichmäßig Prügel bezieht, ist das für einen erfahrenen Feuerwehrmann ein deutliches Zeichen, dass er ungefähr richtig liegt!
Wenn ein Firefighter ausgelesen ist, landet er entweder beim Altpapier oder wird einer anderwärtigen Verwendung zugeführt. Da es jammerschade ist, wenn manche Beiträge unwiderruflich verloren gehen, habe ich diese Zeitung auch als Online-Magazin ins Internet gestellt. Unter www.firefighter.at kann man alle Beiträge auch zu einem späteren Zeitpunkt nochmals nachlesen, was beispielsweise bei der Problematik „Berufsbild“ von Bedeutung sein könnte. Auch die Grafiken, Fotos und Statistiken vom Jahresbericht werden dort abrufbar sein und wer mich kennt, weiß dass der Humor auch im Netz nicht zu kurz kommt.

Wie immer habe ich im vorliegenden Heft versucht, ein möglichst breites Spektrum an Beiträgen und Berichten unterzubringen. Mein persönlicher Favorit ist aber der Beitrag über die historische Entwicklung von Sprungrettungsgeräten, denn hier finden sich Parallelen zur derzeitigen politischen Vorgangsweise: zuerst Belastung, dann abfedern!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dem vorliegenden Heft, ein frohes Fest und ein möglichst katastrophenfreies Jahr 2001!