Dienstag 17. Oktober 2017

6. April 2013

Einsätze

Brand der Baustelle WU neu "Alarmstufe 2"

Vermutlich aufgrund von Flämmarbeiten kam es am 10. Mai 2012 auf dem Dach eines Objektes der Baustelle WU Neu, 1020 Wien, Südportalstraße, zum ausgedehnten Brand von Isoliermaterial, Teerpappe und gelagerten Styroporplatten (ca.500kg) auf einer Fläche von ca.500 m2, Durch das, durch offene Durchbrüche bzw, Installationsschächte abtropfende, brennende Material sowie durch vollflächige Abdeckungen im Fassadenbereich kam es zu Sekundärbränden im letzten und vorletzten Geschoß des betreffenden Bauteils, eine entsprechend massive Rauchentwicklung war die Folge. Diese starke Rauchentwicklung war bereits im Anfangsstadium von der Hauptfeuerwache "Leopoldstadt" aus ersichtlich, sodass der Bereitschaftsoffizier "Leopoldstadt" das, gerade zum Tanken in die Hauptfeuerwache "Leopoldstadt" einfahrende, Rüstlöschfahrzeug "Kaisermühlen" Richtung vermuteter Brandstelle schickte, die Nachrichtenzentrale verständigen ließ und einen wacheinternen Alarm für die Löschbereitschaft "Leopoldstadt" auslöste.

Aufgrund der Funkrückmeldung des Rüstlöschfahrzeuges "Kaisermühlen" wurde bereits auf der Anfahrt auf Alarmstufe 2 erhöht, sowie das Großtankfahrzeug "Favoriten" und die Teleskopmastbühne "Döbling" nachalarmiert. Nach Ankunft der Berufsfeuerwehr Wien wurde mittels Drehleiter "Leopoldstadt" durch Einsatz des Wasserwerfes eine Riegelstellung zum noch nicht betroffenen Dachbereich des Objektes aufgebaut. Weiters wurde durch das Rüstlöschfahrzeug "Kaisermühlen" ein Rohr im Außenangriff vorgenommen, Die restlichen Kräfte wurden zum Aufbau einer Wasserversorgung eingesetzt. Durch abplatzende Beton- bzw. Fassadenteile kam es zu einem massiven Trümmerflug, Der Fahrer eines im Bereich des nord westlichen Endes des Objektes aufgestellter Mobilkranes wurde angewiesen, den Mobilkran umgehend zu entfernen. Während des Zusammenlegens wurde dieser durch ein handgeführte Löschleitung vor Strahlungshitze geschützt.

Nach Herstellen der Wasserversorgung wurde weiters der Wasserwerfer des Universallöschfahrzeuges "Leopoldstadt" in Betrieb genommen. Durch das zugeteilte 1.Rüstlöschfahrzeug "Landstraße" wurde ein Rohr unter Atemschutz in das vorletzte und in weiterer Folge in das letzte betroffene Geschoß vorgenommen und dort entstandene Sekundärbrände abgelöscht. Parallel mit den ersten Maßnahmen wurden von der Bauleitung Pläne, sowie Lohnlisten zur Überprüfung der Vollzähligkeit der Arbeiter angefordert. Bereits zu Beginn konnte die vollständige Evakuierung der Baustelle bestätigt werden, lediglich ein Arbeiter wurde mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation an den Rettungsdienst übergeben.

Der zweiten Bereitschaft "Centrale 1" sowie dem Katastrophen Zug der Wiener Rettung wurde die Südportalstraße als Bereitstellungsraum bekanntgegeben. Nach dem Eintreffen der zweiten Bereitschaft wurde durch diese die Wasserversorgung weiter ausgebaut. Nach dem Eintreffen der Teleskopmastbühne Döbling wurde die Drehleiter "Leopoldstadt" Richtung des nord westlichen Endes des Objektes ortsverändert um dort den Löschangriff mittels Wasserwerfer fortzusetzen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war aber die Brandintensität merklich zurückgegangen. In weiterer Folge konnte durch die Drehleiter "Leopoldstadt" der Brand schlussendlich bis auf Glutnester abgelöscht werden. Die Teleskopmastbühne "Döbling" wurde vorsorglich mit Zubringleitungen angespeist, kam aber nicht mehr zum Löscheinsatz. In weiterer Folge unterstützte die Teleskopmastbühne die Löscharbeiten im Dachbereich durch Nachbringen der entsprechenden Gerätschaften.

Das, durch das 1.Rüstlöschfahrzeug "Landstraße", vorgetragene handgeführte Rohr wurde im weiteren Verlauf auf die Dachfläche aufgezogen um hier die entsprechenden Nachlöscharbeiten durchzuführen. Unter Beimengung von 60 Liter Mehrbereichsschaummittel konnte ein entsprechender Löscherfolg erzielt und die Rauchentwicklung unterbunden werden. Die Nachkontrolle mittels Wärmebildkamera ergab keine weitere Gefährdung. Der eingetroffene Gesamtbauleiter wurde mit dem Stellen einer Brandwache beauftragt, diese wurde bereits im Einsatzverlauf organisiert. Daher ist keine Nachschau durch die Feuerwehr notwendig. Der gesamte betroffene Bereich wurde gesperrt und mittels Absperrband abgesichert. Bilder Erstphase: Brandkommisär Ing. Berger Florian Bilder: Lichtbildstelle der Berufsfeuerwehr Wien
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